So nach dem es hier in dieser und der letzten Woche etwas dünner war gibt es heute mal wieder was feines, und zwar geht es heute um Virtuelle Identitäten. Eine Virtuelle Identität? Was ist den das? Klar das ist eine Identität die es eigentlich nicht gibt, es gibt sie nur Virtuell. Das Internet macht es uns sehr einfach möglich solche Identitäten aufzubauen. Wer weiß vielleicht ist das Bild da hier rechts gar nicht von mir, und der Name im Impressum stimmt nicht und ich schreibe hier total anonym unter einen anderen Namen. Nein, es ist nicht so aber im Internet ist es möglich. Es wär niemanden wirklich aufgefallen ob ich es wirklich bin oder nicht. Genau diese Anonymität kann man ausnutzen.
Wie Konsumenten gestrickt sind
Ein befreundeter Geschäftsmann hat mir mal gesagt: “Menschen vertrauen irgendeinem dahergelaufenen Typen in einem Chatroom mehr als mir!“. Krass oder? Aber das verrückte daran ist, dass es wirklich stimmt, probiert es doch mal selber aus! Wenn ihr euch nicht allzu dumm anstellt, habt ihr in einer Stunde Chatten die ersten Email-Adressen, Anschriften und Telefonnummern herausgefunden.
Konsumenten sind einfach gestrickt, sie verbinden Geschäftsleute mit Gier und Geld und bringen ihnen kein Vertrauen entgegen. Deswegen vertrauen Verbraucher auch jeden dahergelaufenen Typen mehr als euch. Aber genau das macht sich eine Virtuelle Identität zu nutzen. Mitarbeiter in einem Unternehmen treten mit Hilfe einer Virtuellen Identität als gleich gesinnte Verbraucher ohne Verkaufsabsichten auf. Durch eine Virtuelle Identität bekommt ein Tipp oder ein Rat einen signifikant höheren Glaubwürdigkeitsfaktor als eine Empfehlung eines Verkäufers oder gar eines Angestellten der Herstellerfirma.
Gerade im Internet bekommen Bewertungsportale einen immer höheren Stellenwert. Kein Verbraucher kauft mehr blind. Er Informiert sich vorher über den Markt, liest sich Bewertungen durch oder Rezessionen bei Amazon, und so sind einige Unternehmen bereits auf die Idee gekommen, Bewertungsportale, Foren, Chats oder auch Twitter, als Marketing Instrument zu nutzen.
Fallstricke
Eine Frage im Lebensmittelbereich könnte zum Beispiel sein, wo man in Niedersachsen den besten Schinken kaufen kann. Ein paar Tage später Loggt sich ein Mitarbeiter der Firma in das Forum ein und gibt dann einen Ultimativen Tipp und beschreibt wie toll der der Schinken aus der eigenen Fleischerei doch ist. Man sollte allerdings vorsichtig sein und nicht zu plump, so das andere Leser oder sogar der Webmaster Verdacht schöpfen. Hier ein Völlig Unverdächtiges Beispiel:
Frage: Hallo ich bin gerade nach Lüneburg gezogen. In Bayern gabs immer so tollen Schinken der echt gut geschmeckt hat, leider hab ich in Niedersachsen nichts vergleichbares gefunden. Könnt ihr mir vielleicht ein Fleischer in der Umgebung empfehlen?
Antwort: Gute Frage… Damals sind wir im Sommer immer an die Ostsee gefahren. Auf dem Rückweg sind wir immer an einer Schinkenräucherei vorbei gefahren, war zwar ein kleiner Umweg, aber mein Vater hat dort immer für das ganze Jahr Schinken eingekauft weil er meinte besseren hat er nie gegessen. Soweit ich weiß war diese Schinkenräucherei in Harmsdorf, ist zwar nicht in Niedersachsen aber die haben auch einen Online Shop. Googel halt mal danach, wirst sicher finden sonst schreib mir doch eine Private Nachricht, dann schau ich selber mal.
Nur mal so nebenbei, diese Schinkenräucherei gibt es wirklich und es ist mein Vater von dem ich spreche, der Schinken ist echt verdammt Lecker!
Also, der Trick ist einfach möglichst authentisch rüberzukommen. Das erreicht man damit, dass man keine genaue Antwort gibt, paar Rechtsschreibfehler einbaut und nicht direkt einen Link zum Online Shop schreibt. Der Tipp mit “Schinkenräucherei in Harmsdorf” sollte reichen. Gibt man das bei Google ein findet man die Schinkenräucherei direkt auf dem ersten Platz. Man sollte natürlich auch darauf achten das der Verbraucher dann auch das Ziel findet wo ihr ihn hinhaben wollt. Fatal wäre zum Beispiel wenn es zwei Schinkenräuchereien in Harmsdorf geben würde.
Ein kleiner positiver Nebeneffekt ist, das dieser Beitrag durch die Power des Forums vielleicht gut bei Google gelistet wird und euch so immer wieder neue Besucher finden. Das Gute daran ist das ihr dann nicht nur heute oder morgen Besucher bekommt sondern über einen längeren Zeitraum. Im Gegensatz zu normaler Werbung die schnell wieder weg ist und aus den Gedächtnis der Verbraucher verschwunden ist, können solche Virtuellen Identitäten eine echte Investition sein.
Fazit
Man mag seine eigene Meinung über diese Art von Marketing Bilden. Aber diese Art des Guerilla Marketing wird schon lange im Internet betrieben und wenn man Virtuelle Identitäten richtig einsetzt, können diese auch durchaus Vorteile bringen. Macht man es falsch kann es aber auch fatale Folgen haben. Es ist auch nicht unbedingt jeder Mitarbeiter dazu geeignet solche Frage und Antwortspielchen glaubwürdig rüber zu bringen. Man braucht erfahrung mit dem Internet und Kenntnisse über Eigenarten des Forums.
Auffallen könnte es auch sein wenn der Fragesteller und der Antwortgeber nur einen Beitrag im Forum geschrieben haben. Wobei der Fragesteller auch neu im Forum sein könnte, sollte Antwortgeber schon ein paar Beiträge geschrieben haben.
Ihr solltet auch auf eure IP Adressen achten, wenn beide IP Adressen der Guerilla Schreibers gleich sind merken es findige Webmaster auch schnell und löschen das Topic schneller als ihr es leugnen könnt. Wenn Konsumenten eines nicht mögen, dann, wenn sie hinters Licht geführt werden!
P.S: Wie man solche Virtuellen Identitäten bei Twitter nutzt erzähl ich euch in einem anderem Artikel
Man darf gespannt sein!
